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SAP operiert mit dünnerem Finanzpolster

6. März 2009 – 10:16 Uhr

Mit einem deutlich dünneren Finanzpolster muss in Zukunft der Softwarekonzern SAP operieren. Finanzvorstand Werner Brandt erklärte: „Wir haben uns das Ziel gesetzt, über eine aus unserer Sicht angemessene Liquiditätsreserve in Höhe von mindestens 1,5 Milliarden € zu verfügen.“ Infolge der Finanzkrise war es auch bei SAP zu Erlöseinbrüchen gekommen. Trotzdem verzichtet man in Walldorf darauf, die flüssigen Mittel wieder auf ein Level zu heben, das der Softwarekonzern vor dem Kauf des Wettbewerbers Business Objects (BO) verzeichnen konnte. Für 4,8 Milliarden € war zu Beginn des Jahres 2008 der Anbieter von Software zur Geschäftsdatenanalyse von SAP gekauft worden. SAP hatte dabei den Deal zu 50% über Kredite finanziert und den Rest aus Barmitteln.

Zahlungsmittel und Zahlungsäquivalente sowie Wertpapiere und sonstige Geldanlagen in Höhe von 1,66 Milliarden € weist SAP in der Bilanz des vergangenen Jahres aus. SAP konnte dabei im Jahr 2007 noch über eine Liquiditätsreserve von gut 2 Milliarden € verfügen, die Jahre davor sogar jeweils immer über mehr als 3 Milliarden €. Brandt: „Wir wollen die noch verbleibenden Schulden aus dem Kauf von BO in Höhe von 2,3 Milliarden € bis zum Jahresende ganz abbauen. Außerdem werden wir der Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende von 600 Millionen € vorschlagen.“ Damit würden sich die Reserven bei einem zu erwartenden operativen Cashflow von rund 2 Milliarden € im Jahr 2009 auf rund 700 Millionen € minimieren. „SAP kann zusätzlich auf eine Kreditlinie in Höhe von 1,6 Milliarden € zurückgreifen“, ergänzt Brandt. „Ein bislang nicht in Anspruch genommener syndizierter Kredit läuft allerdings im November aus.“

Quelle: FTD